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Wie freiwillig ist das »Freiwilligenprogramm«?

H&M Sales

Wie freiwillig ist das »Freiwilligenprogramm«?

Wir, ver.di Handel und die ver.di Betriebsräte aus den Hamburger Filialen AEZ, Alsterhaus, Altona, Spitaler Straße, Tibarg und Wandsbek, nehmen gemeinsam Stellung zu den derzeitigen Ereignissen bei H&M.

»FREIWILLIGENPROGRAMM«

Unsere Geschäftsleitung plant ein sogenanntes »Freiwilligenprogramm« umzusetzen. Dieses Programm umfasst allerdings nicht alle Beschäftigtengruppen. Denn, die Geschäftsleitung möchte entscheiden, wer »freiwillig gehen« darf.

Wer zählt zu diesen Beschäftigten, die von der Geschäfts-leitung berücksichtigt werden? Das ist schnell erklärt:

  • Beschäftigte, die feste Arbeitszeiten – besonders im Frühdienst – haben. Zum größten Teil sind das Beschäftigte mit Kindern oder schwerbehinderte Kolleg*innen.
  • Beschäftigte, die sich derzeit in Elternzeit befinden
  • und langzeiterkrankte Beschäftigte.

Wir vermuten, dass hier Kolleginnen und Kollegen, die langjährig beschäftigt sind und eine hohe Eingruppierung haben, auf diese Weise aus dem Unternehmen gedrängt werden sollen. Unsere Geschäftsleitung vergisst dabei, dass genau diese Kolleginnen und Kollegen maßgeblich zum Erfolg von H&M beigetragen haben!

Für alle übrigen Beschäftigten, die in den Filialen zurückbleiben, bietet H&M keinerlei Sicherheiten und Schutz. Ganz im Gegenteil, die Arbeit wird sich weiter verdichten. Soviel zum Thema »Work-Life-Balance« bei H&M.

Was hat unsere Geschäftsleitung  als nächstes vor?

Sie wollen an unsere Urlaubsplanungen ran. Ebenso drohen sie die Vereinbarungen zur Arbeitszeit zu kündigen. Diese Vorgehensweise der Geschäftsleitung ist absolut inakzeptabel!

Wir verurteilen aufs Schärfste, dass

  • Beschäftigte, überwiegend Frauen, mit betreuungspflichtigen Kindern und Beschäftigte, die Angehörige pflegen sowie Schwerbehinderte und Langzeitkranke unter Druck gesetzt werden;
  • Drohungen von betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden;
  • Betriebsräte erpresst werden;
  • der Gesamtbetriebsrat angegangen und seine Mitbestimmungsrechte umgangen werden.

WIR ERWARTEN, dass unsere Kolleginnen und Kollegen nicht aus dem Unternehmen rausgedrängt werden.

WIR ERWARTEN, dass unsere Kolleginnen und Kollegen an allen Prozessen zur Umstrukturierung beteiligt werden.

WIR ERWARTEN, dass die Betriebsräte und der Gesamt-betriebsrat nicht daran gehindert werden, sich für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen.

WIR ERWARTEN, dass unsere Geschäftsleitung ihre soziale Verantwortung allen Beschäftigten gegenüber wahrnimmt.

Auch Beschäftigte haben gute Ideen und ein Interesse daran, ihre Zukunft mitzugestalten und zu entscheiden. Wir werden für den Digitalisierungstarifvertrag kämpfen und um jeden einzelnen Arbeitsplatz!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, lasst uns gemeinsam unsere Forderungen durchzusetzen. Gemeinsam und solidarisch schaffen wir es!

Eure ver.di Handel und ver.di Betriebsräte