Groß- und Außenhandel

Zurück an den Verhandlungstisch

08.02.2024

Die Arbeitgeber haben sich im Groß- und Außenhandel weiteren Verhandlungen entzogen und an die Stelle von Verhandlungen ein Tarifdiktat gesetzt. Die letzten Verhandlungen fanden am 24. Januar in NRW statt. Alle Lösungsvorschläge der ver.di Tarifkommission in NRW scheiterten am Willen der Arbeitgeber. Es gilt hier wie dort immer noch das Angebot aus Juni 2023:

  • Erhöhung der Entgelte ab dem 1.9.2023 nach 4 Nullmonaten um 5,1 %
  • Erhöhung der Entgelte ab dem 1.8.2024 nach drei Nullmonaten um 2,9 %
  • 700 EUR Inflationsausgleichsprämie (IAP) im Monat des Tarifabschlusses (Azubis 50 %, Teilzeit anteilig)
  • Weitere 700 EUR IAP im Januar 2024 (Azubis 50 %, Teilzeit anteilig)
  • Laufzeit 24 Monate

Das geht so nicht. Sozialpartnerschaft sieht anders aus. Wir fordern die Arbeitgeber auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen. Und dort ernsthaft mit uns eine Lösung zu suchen, anstatt weiter zu blockieren.

Allzeithoch bei Unternehmensgewinnen – Kaufkraftverlust bei den Beschäftigten

Die bisher offiziell vorgelegten Angebote und auch alles, was bisher in Sondierungen in kleiner Runde besprochen wurde, ist zu wenig! Damit wäre unser Kaufkraftverlust nicht ausgeglichen worden. Wir – die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel – sind es, die die Gewinne der Unternehmen erwirtschaften. Und wir wollen unseren berechtigten Teil davon abhaben. Wir sind nicht bereit, für steigende Unternehmensgewinne mit Reallohnverlust und Altersarmut zu zahlen (siehe Tarifinfo 10 im Anhang).

Unser Ziel bleibt die Erhaltung unserer Kaufkraft. Es geht ums Ganze. Um existenzsichernde Einkommen und armutssicher Gehälter. Nicht nur um zu überleben, sondern auch für das Leben! Dazu gehören neben diversen Ausgaben wie Reparaturen, Rücklagen für Krisen und wichtige Anschaffungen auch das Geld für Urlaube und kulturelle Teilhabe. Für Gesundheits- und Bildungskosten der Beschäftigten und ihrer Familien.

Da hilft nur eins: Streik!

Fachkräfte wollen auch wie Fachkräfte bezahlt werden. Wir erwarten eine zeitnahe Fortsetzung der Verhandlungen, faire Angebote und deutliche Steigerungen der Löhne und Gehälter. Das sollte mittlerweile eigentlich auch den letzten Arbeitgebern klar sein. Denn noch nie wurde im Groß- und Außenhandel in so vielen Betrieben von so vielen Beschäftigten an so vielen Tagen gestreikt. Wir kämpfen um jeden Euro und machen weiter bis zum Tarifabschluss.