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Geschenkt gibt es nix

Tarifrunde Groß- und Außenhandel

Geschenkt gibt es nix

Streiks im Hamburger Groß- und Außenhandel ver.di Handel Schütt Stahl

Am 23. August hat die Tarifkommission für den Hamburger Groß- und Außenhandel getagt. Im Anschluss wurde beim Arbeitgeberverband in kleiner Runde sondiert. Eigentlich war es schon vorher klar, nun ist es eindeutig: Geschenkt gibt’s nix.

Die Tarifkommission hat am Vormittag getagt und sich ein Bild vom aktuellen Verhandlungsstand gemacht. Die Verhandlungskommission ist dann mit einer klaren Haltung und möglichen Lösungsansätzen zu den Sondierungsverhandlungen aufgebrochen. Beispiel gefällig? Eine Wahlmöglichkeit für die Beschäftigte, die Erhöhung für einen befristeten Zeitraum in Freizeit umzuwandeln. Dies auszuloten war Auftrag der Verhandlungskommission. Der Vorschlag würde auch die Personalkostenbudgets der Unternehmen entlasten. Aber wie gesagt: Geschenkt gibt’s nix.

Stand der Dinge ist, dass der Arbeitgeberverband eine Empfehlung zur einseitigen Erhöhung der Löhne und Gehälter zum 1. Dezember 2021 um zwei Prozent herausgegeben hat. Am Verhandlungstisch liegt das »Angebot« hier in Hamburg weiterhin bei 1,5% ab dem 1. März 2022 (für 2021!) und bei 1,0% für das nächste Jahr. Ab dem 1. Dezember 2022! Die Zeitpunkte beider Erhöhungen sind dabei daran gekoppelt, wie die Unternehmen durch die Pandemie gekommen sind, und auch noch nach hinten verschiebbar. Belastbare Kriterien für diese Differenzierung? Fehlanzeige. Die Arbeitgeber wollen also die Löhne und Gehälter so erhöhen, wie es ihnen passt. Und auch wann es ihnen passt. Sie haben sehr deutlich gemacht: Geschenkt gibt’s nix.

Unsere Forderungen sind nach wie vor berechtigt. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Die Unternehmen haben teilweise erhebliche Umsatzsteigerungen zu verzeichnen. Und wir alles wissen, was das für die Belastung der Beschäftigten bedeutet. Auch die Beschäftigten, die in Kurzarbeit waren und teilweise noch sind, haben eine Erhöhung mehr als verdient. Und zwar eine Erhörung oberhalb der Inflation.

Unsere Forderungen

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5%, mindestens 155 Euro;
  • Azubis mindestens 70 Euro;
  • gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE);
  • individuelle Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld und mehr Freizeit;
  • 12 Monate Laufzeit.

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