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Wir müssen weiterhin Druck machen!

Tarifrunde Einzelhandel

Wir müssen weiterhin Druck machen!

Streiks, August 2021 ver.di Handel Streiks, August 2021

Am 13. August 2021 zogen hunderte Kolleginnen und Kollegen aus 13 Betrieben in einer Demo vom Gewerkschaftshaus bis zum Gänsemarkt. Lautstark brachten wir unsere Forderungen nach mehr Lohn, Gehalt uns Ausbildungsvergütung in die Öffentlichkeit. Auch an diesem Tag haben wir erneut Druck auf die bundesweiten Verhandlungen ausgeübt. Und dies ist auch dringend notwendig.

Denn bereits im Juli hat die Tarifkommission in NRW ein Denkmodell als Lösungsansatz in die Diskussion gebracht.

Dieses Denkmodell soll weiterverfolgt werden.

Auf Wunsch der*s Beschäftigte*n können zukünftige Entgelterhöhungen für einen vereinbarten Zeitraum in zusätzliche Urlaubstage umgewandelt werden. Diese Möglichkeit soll für alle Unternehmen gelten.

Das heißt: Geld oder Freizeit

Ein*e Beschäftigte*r entscheidet, dass sie/er anstelle einer X-prozentigen Erhöhung zunächst für y-Monate ihr/sein bisheriges Entgelt behält und statt der Erhöhung zusätzliche Urlaubstage erhält. Die Entgelterhöhung greift dann erst zu einem späteren Zeitpunkt. Dies bietet den Beschäftigten mehr Arbeitszeitsouveränität und leistet einen Beitrag zum Gesundheitsschutz, da es ein Plus an Erholungszeit gibt.

Für die Unternehmen bringt es die von ihnen geforderte zeitweise Entlastung, da sie anstelle von Entgelterhöhungen zunächst nur mehr Urlaubstage gewähren müssen.

Die Antwort der Arbeitgeber: Nö, machen wir nicht!

Sie fordern weiterhin eine Differenzierung, die zu drastischen Abstrichen für die Beschäftigten führt, deren Betriebe vermeintlich von der Pandemie betroffen waren.
Alle Beschäftigte haben außergewöhnliches geleistet. Ob sie nun an vorderster Front gearbeitet haben oder aufgrund der vorübergehenden Schließungen der Geschäfte durch Kurzarbeit massive Entgelteinbußen hinnehmen mussten.

So ein Verhalten der Arbeitgeber kennt nur eine Antwort: Wir müssen weiter Druck machen!

Da die Arbeitgeber angekündigt haben, dass wir kein neues Angebot bekommen, hat unsere Tarifkommission entschieden, die Verhandlungen zu verschieben. Ein neuer Termin wird vereinbart.

Hier unsere Forderungen:

  • 4,5 % plus 45,- Euro mehr für alle
  • ein tarifliches Mindesteinkommen von 12,50 Euro pro Stunde
  • 12 Monate Laufzeit
  • Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge
  • für tarifgebundene Krisenunternehmen bieten wir differenzierte tarifliche Lösungen zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung in Form von Unternehmenstarifverträgen an.