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Wer heute nicht auf den Putz haut, hat morgen nichts zu spachteln!

Retourenbetrieb beim Otto-Versand

Wer heute nicht auf den Putz haut, hat morgen nichts zu spachteln!

Aktion "Wir trommeln für unsere Arbeitsplätze" der Kolleg*innen des Retourenbetriebes von Otto in Hamburg. ver.di Hamburg Hermes Fulfilment: Aktion 14.9.20  – Aktion "Wir trommeln für unsere Arbeitsplätze" der Kolleg*innen des Retourenbetriebes von Otto in Hamburg.

In der zweiten Jahreshälfte 2021 soll der Retourenbetrieb Hermes Fulfilment mit 840 Beschäftigten in Hamburg geschlossen werden, so hat es Otto Group mitgeteilt. Die Beschäftigten dort bearbeiten die Retouren aus dem Versandgeschäft.

Besonders bitter: Um den Standort zu sichern, haben die Kolleg*innen seit 2006 auf bis zu 12% ihres Tarifgehaltes verzichtet und sich darauf verlassen, dass es dafür dauerhaft eine Standort- und Beschäftigungssicherung geben würde. Im Frühjahr letzten Jahres wurde der bestehende Ergänzungstarifvertrag dazu noch einmal ungekündigt neu verhandelt, teilweise verbessert und die Standortsicherung bis zum April 2021 verlängert.

Aus heutiger Sicht entsteht der Eindruck, dass die Otto Group das Zeitfenster zum Ausbau zweier vorhandener Standorte zur Retourabwicklung in Polen und Tschechien genutzt hat. Dort sollen zukünftig die Retouren bearbeitet werden. Das ist auch unter Umweltaspekten alles andere als nachhaltig.

Erst vor kurzem hatte die Geschäftsführung der Konzerngesellschaft Hermes Fulfilment im Bezug auf die Corona-Pandemie erklärt, welch hohen Respekt sie vor der Arbeitsleistung und der damit verbundenen Loyalität der Beschäftigten dem Unternehmen gegenüber habe.

Heike Lattekamp, Fachbereichsleiterin Handel bei ver.di Hamburg, bringt es auf den Punkt: „840 Beschäftigte und ihre Familien sind damit in ihrer finanziellen Existenz bedroht. Diese Entscheidung zeugt weder von einer sozialen noch von einer ökologischen Verantwortung der Otto Group für diese Stadt.“

Heute haben sich die Beschäftigten in ihrer Mittagspause getroffen, um für ihre Arbeitsplätze zu trommeln. Die Aktion stand unter dem Motto "Wer heute nicht auf den Putz haut, hat morgen nichts zu spachteln.

Der Betriebsratsvorsitzende Dirk Schmidt sagte unter dem Applaus seiner Kolleginnen und Kollegen: "Wir verlieren auch ein Stück Heimat". Viele Kolleg*innen trugen Schilder, auf denen zu lesen war, wie lange sie schon bei Otto arbeiten.

Untertstüzung kam von mehreren Seiten. Grußworte hielten

  • Gudrun Nolte, Leiterin des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt
  • Jan Klotze, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter und
  • Olga Fritzsche von der Linksfraktion 

Mehr Bilder gibt es hier (bei ver.di Hamburg)