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2. Verhandlung - Tarifvertrag in Gefahr

Groß-und Außenhandel

2. Verhandlung - Tarifvertrag in Gefahr

Warnstreik am 18. Mai 2017 bei Sanacorp ver.di Hamburg Handel TR 2017 - Sanacorp  – Warnstreik am 18. Mai 2017 bei Sanacorp

Nachdem die Arbeitgeberseite ohne Angebot in die erste Verhandlungsrunde gekommen ist, legte sie jetzt nach. Am 18. Mai, im Rahmen der zweiten Verhandlungsrunde, machten sie uns ein Angebot. Ein Angebot, dass wir nicht annehmen konnten:

  • 1,2% mehr Lohn und Gehalt ab dem 1. Mai 2017
  • 1,4% mehr Lohn und Gehalt ab dem 1. Mai 2018
  • 24 Monate Laufzeit.

Gutes Geld für gute Arbeit

Die ver.di Tarifkommission hat dieses Angebot scharf kritisiert und als völlig unzureichend zurückgewiesen. Wir alle spüren täglich, dass die Lebenshaltungskosten steigen, angefangen bei den Mieten über die HVV-Karten bis hin zu den Energie- und Lebensmittelkosten. Wir können immer weniger von unserem Einkommen leben.

Das Angebot der Arbeitgeber liegt deutlich unter den Teuerungsraten, die für 2017 und 2018 erwartet werden. Wir brauchen deutliche Einkommenszuwächse im Hier und Jetzt, aber auch als Schutz vor drohender Altersarmut.

Wir lassen uns nicht erpressen!

Neben den Verhandlungen über eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen befinden wir uns mit den Arbeitgebern auch in Gesprächen über eine neue Struktur der Tarifverträge. Dies ist aus unserer Sicht notwendig, da unsere Tarifverträge veraltet sind – sie werden den veränderten Arbeitsanforderungen nicht mehr gerecht.
Ziel von ver.di ist es, dass zukünftig alle Arbeits-anforderungen erfasst und bei der Bezahlung der Kolleginnen und Kollegen berücksichtigt werden.

In den Gesprächen wurde zunehmend deutlich, dass die Arbeitgeber mit einem neuen Tarifvertrag u. a. beabsichtigen, Arbeit billiger zu machen und Personalkosten zu senken. Bisher gab es die Verabredung, dass die Gesprä-
che unabhängig von den Verhandlungen zu Gehältern, Löhnen und Ausbildungsvergütungen stattfinden.

Von diesem Grundsatz wurde nun abgerückt.

Noch bevor uns das oben beschriebene Angebot unterbreitet wurde, erklärten die Arbeitgeber, dass sie nicht bereit sind, im bisherigen Tarifvertrag über Gehälter, Löhne und Auszubildendenvergütungen mehr als die Entgelttabellen zu verhandeln und abzuschließen. Die Eingruppierungsgrundsätze befänden sich dann nur noch in der Nachwirkung.

Dies hätte zur Folge, dass bei der Eingruppierung neuer Kolleginnen und Kollegen der Willkür Tür und Tor geöffnet würde.

Die Arbeitgeber wollen ihre Vorstellungen einer neuen Entgeltstruktur in einem Streich – also ohne wirkliche Verhandlungen – durchsetzen, sonst unterschreiben sie keinen Tarifvertrag. Das nennen wir Erpressung! Der Arbeitgeberverband setzt damit die gesamte Überarbeitung der Entgeltstruktur aufs Spiel.

Warnstreik bei Phoenix, Hamburg ver.di Hamburg Handel TR 2017 - Phoenix  – Warnstreik bei Phoenix, Hamburg

Jetzt mehr Druck aus den Betrieben!

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Meinung auch bei ihnen ankommt. Haltet Augen und Ohren offen und beteiligt Euch an Aktionen und Warnstreiks vor der nächsten Verhandlungsrunde am 13. Juni 2017!

Beispielhaft sind die Aktionen bei den Pharmagroßhändlern: Am 18. Mai, dem Tag der 2. Verhandlungsrunde, sind die Kolleginnen und Kollegen am Morgen in den Warnstreik getreten. Damit haben wir ein wichtiges Zeichen gesetzt und in die zweite Verhandlungsrunde gesendet.